Einfach glücklich

Da bin ich durch eine Freundin doch glatt neugierig geworden und musste mal schauen, was diese “App” für mich parat hat.

Ja ich weiß ich gebe Daten preis (aber sie  kann auch nur das abgreifen, was ich bei FB hinterlegt habe 😉 ), daher ihr lieben Kritiker keep cool. 

Nun, diese Weisheit habe ich nicht erst in “diesem Jahr erkannt”,  wie es dieses Applikations-Spiel meint, nein: 

Das habe ich schon lange erkannt. Aber ich weiß, dass glücklich sein nicht von einer anderen Person abhängt. Nicht von meinen Eltern, denen ich immer alles Recht machen wollte (zueinander fanden wir erst, als ich genau das nicht mehr getan habe 😉 ).

Es hängt auch nicht von der Anzahl der Freunde ab – und schon gar nicht von meinem Partner.

Etwas, was ich immer allen gesagt habe, wenn sie mich gefragt haben oder mir erklärt haben, dass ich ja glücklich  sein muss, weil ich ja in einer Beziehung lebe und alles “perfekt” ist. Meistens musste ich dann lächeln, denn ich weiß, das ist es nicht, was glücklich macht. 

Wenn wir nur glücklich sind, weil wir unser Glück an anderen Menschen fest machen, dann leben wir in ständigem Stress und machen uns unbewusst immer Gedanken, dass wir den Ansprüchen der anderen nicht genügen können.

Das ist alles andere als gut für das eigene Glück und schon gar nicht für die Gesundheit. Man nimmt sich solche Dinge, sehr schnell zu Herzen oder es geht einem an die Nieren. Der Körper ist der Spiegel der Seele. Das wusste schon Aristoteles und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, mein Freund “Ari” hatte Recht, wenn er sagte:

Ändert sich der Zustand der Seele, so ändert dies auch das Aussehen des Körpers und umgekehrt; ändert sich das Aussehen des Körpers, so ändert dies zugleich auch den Zustand der Seele.”
Aristoteles

Menschen sind wichtig, Kontakte sind wichtig und sie sind sicher Bausteine zu unserem “Glücklich-Sein”. Bausteine, die wir selber zu unserem ganz persönlichen Glück zusammensetzen.

Daher, sollten wir dankbar sein, für die wenigen, die in den wirklich harten Zeiten zu uns gestanden haben. Für die Menschen, die dafür gesorgt haben, das verlorene Lachen wieder gefunden zu haben. Heute weiß ich das Lachen war verloren, weil ich mich verloren habe. Es lag nicht an den Personen um mich herum, auch wenn sie alles versucht haben, mir das Leben schwer zu machen und jedes noch so kleine Glücksgefühl in einem Haufen an Stress ersticken konnten.

Manchmal gibt es eine Person, die eine ganze Zeit den Weg mit Dir geht. Trotz der vielen Steine und Baumwurzeln, der Steigung, trotz aller Schwierigkeiten, die der Weg mit sich bringt. Sie geht mit einem und es ist gut, denn der kommt einem nur halb so schwer vor.

Und der Weg erscheint einem, mit einem solchen Kameraden zusammen, gar nicht so lang und endlos.

Trotzdem, wir kommen auch dann nur voran, wenn wir den Weg selber gehen.

Und wenn irgendwann eine Kreuzung auf dem Lebensweg kommt, wird man feststellen, dass man zwar viel gemeinsam hat – ja sogar ein gemeinsames Ziel, aber der Weg dorthin ein anderer ist.

Geht man dann gemeinsam weiter wird man nicht mehr so locker weiter gehen, weil man sich gegenseitig behindert. Der, der den anderen Weg gehen wollte, wird immer etwas an diesem Weg finden, den Du gehen willst. Das Miteinander auf dem gemeinsamen Weg wird dann eher zu einem gemeinsamen “Kleinkrieg” , vor allem dann, wenn beide Gefährten überzeugt von ihrer Meinung sind und den richtigen Weg zu kennen glauben.

Bei dieser Sturheit bleibt vieles um einen herum auf der Strecke, keiner der beiden wird sich an den vielen schönen Dingen am Wegesrand freuen, wenn Abends der Mond scheint, klagt einer, dass es bei Vollmond viel kälter ist und die Nacht unangenehm wird, anstatt sich über das Licht zu freuen. Man hat kein Auge für die Natur, für den Weg, man ärgert sich gegenseitig und vergisst dabei , dass man doch eigentlich ohne Stress den Weg einfach nur gehen wollte.

Man vergisst auch, dass es viele Weg zu dem Ziel gibt. Und der eigene Weg ist sicher für einen selbst richtig, aber nicht zwingend für andere. Daher?

Sollte man an einer Wegkreuzung unterschiedlicher Meinung sein und kann sich nicht einigen? Dann sollte man sich verabschieden, dankbar sein, dass man schon so viel der Wegstrecke gemeinsam und freudig gegangen ist, aber in Zukunft alleine weiter geht.

Und man geht dann seinen Weg in seinem Tempo und nimmt sich Zeit, für kleine Dinge drumherum, für den Schmetterling oder den Kastanienbaum, der einlädt Kastanien zu sammeln und daraus kleine Kastanienmännchen zu machen. Man erkennt, dass vieles, wovon man geträumt hat unwichtig ist, wenn man in sich selbst ruht. Sich über die Oktobersonnenstrahlen im Herbst freut und  eine Bank am Wegesrand, um Pause zu machen und den Vögeln zu zuhören.

An manchen Stellen werden Erinnerungen wach, an den gemeinsam zurück gelegten Weg und man lächelt dankbar für die Zeit,  die man hatte und geht weiter – zufrieden mit sich, zufrieden mit dem was man gemeinsam erreicht hat und mit dem, was man selber schafft – auch, wenn der Weg “scheinbar” einsam ist. 

Der Weg scheint scheinbar einsam, doch er ist es nicht – denn wenn man in sich hinein schaut hat man da einen Menschen, den man selber erst einmal kennen lernen muss. Das gelingt aber nur, wenn man sich für diese Menschen Zeit nimmt.

Für die Wünsche, die er hat, für die Träume, für die Dinge vor denen er Angst hat und ja wenn man genauer hinschaut, erkennt man, auch dieser Mensch hat ganz besondere Fähigkeiten, liebenswerte Eigenschaften und? Ganz viele Ecken und Kanten.

Wie war das mit dem Diamanten, was hat diese Tubbsi vor Jahren einmal gesagt:

“Ich liebe die Ecken und Kanten an Dir, sie machen Dich zu etwas besonderem, sie machen den Diamanten aus.”  ©Sylvia Tubbesing

Wie ist das mit mir? Ja mit mir, mir als Person? 

Liebe ich meine Ecken und Kanten? Oh ja ich habe einige davon und das Leben hat mir in mancher Situation einen Extra-Feinschliff verpasst.

Damit aus einem Stück “Kohle” ein Diamant werden kann hat er eine Menge Druck ertragen. Wenn er dann zu einem echten Schmuckstück werden soll, muss er noch einmal wirklich bearbeitet werden. Und, wen wundert es, es gibt verschiedene Härte-Grade bei Diamanten, so wie wir Menschen unterschiedlich “stur” sein können.

Auch die Menschen werden “geschliffen”, dieser Arbeitsprozess beim Menschen nennt sich “Leben”. Das Feinwerkzeug, welches für die Herstellung eines Diamanten benötigt wird, bezeichnen wir beim Menschen oft als “Schicksal”.

Und so lange wir wirklich leben und nicht nur auf der Couch sitzen bleiben, wird das Leben uns mit dem Feinwerkzeug “Schicksal” bearbeiten. Auch auf der Couch kriegen wir unseren Schliff keine Frage, aber das ist so, wie bei den “maschinell” hergestellten Produkten. 😉 Echter Wert macht sich durch echten Feinschliff aus. 

Die Arbeit dauert, meist einige  Jahre und jeder einzelne ist etwas besonderes. Das Ergebnis?  Je nach Beschaffenheit entsteht ein schöner und wertvoller Diamant. Jeder ist ein Unikat!

Auch ich.

Wir neigen selbst oft dazu uns nicht zu akzeptieren, wie wir sind. Ob zu dick, zu faltig, zu klein, zu groß. Irgendwas finden wir schon und wenn nicht, dann fangen wir an zu suchen, dann finden wir immer irgendetwas was unsere Schönheit “abwertet”. Kurz, wir stellen den wichtigsten Menschen in unserem Leben in Frage. :/

Ein Kritiker wird auch am schönsten Diamanten noch ein Aber finden, doch das macht einen Diamanten auf keinen Fall weniger wertvoll.

Und ich selbst, bin oft mein größter Kritiker.

Akzeptanz und Selbstliebe ist etwas, was ich in der Theorie schnell begriffen habe, anderen kann ich das ebenfalls theoretisch gut erklären, aber gelingt es mir auch selber, das in der Praxis wirklich anzuwenden? Das ist so lange unmöglich, so lange wir immer auf andere schauen und vergleichen. Und solange wir unser Glück abhängig machen (in irgendeiner Form) von einer anderen Person. 

Ich habe es hier im Blog schon einmal erwähnt Charlie Chaplin hat anscheinend auch viele Jahre gebraucht, sich selbst zu lieben, aber dann? 

Wege, die wir allein gehen, sind ganz wichtig auf dem Weg zu uns selbst. Und man kommt irgendwann auf diesen Wegen zu der Erkenntnis: Dinge müssen nur einfach sein, dann lerne ich mich selbst zu lieben. Mit mir Geduld zu haben und mich zu akzeptieren. So wie ich bin.

Mit allen Ecken und Kanten, die das Leben geschliffen hat. 

Glaubt mir sich selbst lernt man erst richtig kennen, auf den scheinbar einsamen Wegen. Aber wer sich selbst  mag – ist nie allein. 

Diese Wege sind die Wege, wo wir uns selber das “Du”  anbieten:

Manche Menschen auf dem Weg tun uns gut wenn sie  da sind, keine Frage – aber es  gibt Zeiten, da tun sie uns gut, weil sie nicht da sind. 

Deswegen sind sie  nicht weniger wertvoll. Sie sind Diamanten, die  ihre eigenen Wege gehen müssen. 

Und wir dürfen für  jeden Diamanten auf unserem Weg dankbar sein. 
Da er uns prägt, genau wie wir bei jeder Begegnung den anderen prägen. 
Wie sich das Licht facettenreich in einem Diamanten wiederspiegelt, so spiegeln sich Begegnungen in unserem Leben mit anderen ebenfalls wieder. 
Teilweise nutzt das Leben solche Begegnungen als “Schicksal” – siehe oben – also als Feinwerkzeug, um uns zu dem zu machen, was wir sind: 

Ein kostbarer und sehr  wertvoller Diamant, dessen Wert uns oft selber nicht bewusst ist, den wir aber auf solchen Wegen erkennen. 

So nun genug philosophiert – 
Ich werde noch ein wenig an meinen Talenten schleifen. Und euch vielleicht sogar davon berichten, die Tage. 
Habt einen schönen Sonntag
und morgen einen guten Wochenstart. 

Eure

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